BACHELOR.

Das Prinzip Höhle. Winter 2011 / 2012.

Die Bedürfnisse nach Schutz für Körper und Seele, nach Geborgenheit und Wohlfühlen, sind elementar für uns. Höhlen bieten dies. Einfach, gewachsen ändern sie sich durch den Einfluss der Zeit und mit ihren Bewohnern. Diese Charakterzüge beschreiben meine Bekleidungstextilien. Ich übersetzte Höhlen in Aufwerfungen und Einwölbungen und das Spiel von Innen und Außen. Die Stoffe sind dezent aber nicht simpel, sie sind gut kombinierbar mit anderen Kleidungsstücken. Besonders wichtig ist der ökologische Aspekt: eine höchst umweltverträgliche Gesamtproduktionskette (Materialerzeugung bis Endverarbeitung) und die Herstellung in Deutschland sind neben der Gestaltung Basis der Kollektion. Die unbehandelten Materialien (Leinen, Wolle, Seide, Alpaka) verarbeitete ich in Form von Handgeweben, Maschinen- und Handgestricken, Vorstufen der Flächenbildung (Handspinnen, Zwirnen) und Weiter-/Nachbehandlungen (Pflanzenfärberei, Filzeffekte). Die genutzte Leinwandbindung erhielt einen völlig anderen Ausdruck. Auch die Gewebe besitzen eine gewisse Beweglichkeit, die Gestricken nahekommt. Das Wissen um die Herkunft und Unbelastetheit der Materialien sorgt für ein „gutes Gewissen“ beim Nutzer und führt neben den bereits genannten Eigenschaften zur Bereitschaft, die höheren Produktkosten, die durch eine inländische Herstellung entstehen, zu bezahlen. Auf dem Markt der „Ökomode“ trifft man vorrangig auf sehr simple Stoffe mit wenig Raffinesse. Meine Kollektion weist einen anderen Ansatz auf (die Geschichte, die dahinter steht, Emotionen, die ausgelöst werden und die Übertragung dieser in Strukturen) und kann somit gestalterisch auch Menschen ansprechen, die nicht explizit nach ökologischer Unbedenklichkeit suchen. Zielgruppe sind Erwachsene und Kinder beiderlei Geschlechts. Es entstanden keine speziellen Entwürfe, die einem vermeintlich kindlichen Geschmack entsprechen. Mein Wunsch ist es, dass die entstandenen Stoffe zu Lieblingsstücken werden, die gestalterisch und praktisch langlebig sind und nicht den kurzen modischen Wechseln unterliegen.

NOMINIERUNGEN. Bundespreis ecodesign 2012 | Sächsischer Staatspreis für Design 2012 | GiebichenStein Designpreis 2012 AUSZEICHNUNGEN. Förderpreis 2013 der Wilhelm-Lorch-Stiftung Sächsischer Staatspreis für Design 2012, Kategorie Nachwuchs, erster Preis